Es geht weiter im Kinder- und Jugendschutz beim SV Kappel

24.06.2026
Es geht weiter im Kinder- und Jugendschutz beim SV Kappel

Auf dem Weg zu einem umfänglichen Konzept zum Kinderschutz beim SV Kappel ist im vergangenen halben Jahr viel passiert: Ein wichtiger Baustein konnte nun abgeschlossen werden: Zusammen mit dem Kinderschutzbund wurden Kinder, Jugendliche und Trainer:innen in allen Abteilungen befragt, wie gut sie sich im Verein einbringen können und wie sicher sie sich fühlen.

Das Ergebnis ist ermutigend – es gab durchweg viel positive Rückmeldung.

Vorbereitung und Durchführung:

Zunächst wurden in Vorgesprächen (17.11.2025 und 03.12.2025) zwischen dem Kinderschutzbund Freiburg und dem SV Kappel die Inhalte der Befragung auf der Grundlage der vom Kinderschutzbund Freiburg zur Verfügung gestellten standardisierten Fragebögen festgelegt, die Zahl der einzubeziehenden Trainingsgruppen und Mannschaften ausgewählt und die Konditionen der praktischen Durchführung erörtert. 

Von unserer Seite (Kathrin Rohrer, Petra Gelfort) wurden die zu befragenden Trainingsgruppen und Mannschaften beschrieben und aufgelistet: Alter der Kinder, Größe der Gruppe, Telefon und Mail-Adresse der Übungsleiter und Trainer. Wir führten Vorgespräche mit jedem Trainer/ Übungsleiter, entwarfen und übermittelten die Elterninformation und annoncierten die Befragerinnen und machten eine vorläufige Terminabsprache. Auch die Schauinslandschule und die Schulkindbetreuung wurden informiert.

Zwei Beraterinnen des Kinderschutzbundes Kreisverband Freiburg/ Breisgau-Hochschwarzwald verfeinerten den Terminplan und führten die Gespräche mit Kindern und Jugendlichen aus 18 Trainingsgruppen und Mannschaften aus den Bereichen Kinderturnen, Kindertanz, Fußball und Handball.

Bei der Befragung wurde im Rahmen von Gruppenarbeiten mit allen Kindern und Jugendlichen das Thema „Schutzkonzept“ altersgerecht erarbeitet. Anschließend wurden alle Kinder und Jugendlichen anonymisiert und standardisiert zu relevanten Themen befragt. In den Kindergruppen erfolgte die Befragung eher spielerisch, die Jugendlichen führten die Befragung mit Hilfe eines Online Tools durch.

Die Befragung fand in der Zeit vom 19.01.2026 bis zum 30.01.2026 statt. Ersatztermine konnten in der ersten Februarwoche durchgeführt werden.

Fast alle Befragungen fanden im Untergeschoß der Sporthalle der Schauinsland-Schule im „Raum der Vereine“ statt. Dieser Raum war nicht ideal, weil die Kinder ihn nicht kannten, sie sich in ihm nicht besonders wohl fühlten, aber die Gruppen waren weitgehend ungestört. Einige wenige Befragungen wurden im – seinerzeit – leer stehenden Sportheim durchgeführt. Die Befragung der Trainer und Übungsleiter fand teilweise im gleichen Zeitraum statt – teilweise zeitversetzt erst Ende Februar.

Die Ergebnisse basieren auf 208 ausgefüllten Fragebogen:

69 Kinder

108 Kinder/ Jugendliche

31 Trainer/ Übungsleiter

Ergebnisse

Zusammengefasst:

--> Gutes Fazit

--> Toller Verein

--> Gute Bindung zwischen Kindern und Erwachsenen

--> Rückmeldung an Trainer:innen und Übungsleiter:innen: Guter Job!

Im Einzelnen:

Bei den Kindern im Grundschulalter kamen knapp 70% aus der Abteilung Fußball, 20 % vom Kindertanz und gut 10% vom Turnen.

Die Kinder kommen gern zum Training, kennen die Namen der Trainer:innen, haben das Gefühl, dass die Trainer:innen merken, wenn jemand geärgert wird und reagieren darauf, fühlen sich gleich behandelt, wissen, was zu tun ist, wenn sie sich nicht wohl fühlen, würden gerne mehr mitbestimmen, fühlen sich ernst genommen.

Bei den Kindern/ Jugendlichen (ab Klasse 5) kamen 70% aus der Abteilung Fußball, gut 15% vom Tanzen und knapp 15% vom Handball.

Sie kommen gern zum Training, kennen Regeln, verstehen deren Sinn und durften ganz überwiegend mitentscheiden, was passiert, wenn man sich nicht an die Regeln hält. Die meisten Kinder und Jugendlichen halten sich an die (oft ungeschriebenen) Regeln, auch Trainer:innen und Übungsleiter:innen halten sich an die für sie geltenden Regeln. Auch sie kennen die Namen aller ihrer Trainer:innen. Die Trainer:innen und Übungsleiter:innen behandeln alle Kinder gleich.  Die Kinder/ Jugendlichen würden ganz überwiegend den SV Kappel anderen Kindern empfehlen. Die überwiegende Zahl der Kinder/ Jugendlichen gibt an, dass die Trainer:innen/ Übengsleiter:innen merken, wenn es einem Kind nicht gut geht und helfen ihr/ihm. Die Kinder/ Jugendlichen können sich an ihre Trainer:innen/ Übungsleiter:innen wenden, wenn es ihnen nicht gut geht. Auch innerhalb der Trainingsgruppen/ Mannschaften kümmert man sich umeinander. Man kann vielen Menschen im SV Kappel vertrauen. Die überwiegende Zahl der Kinder/ Jugendlichen gibt an, beim SV Kappel mitbestimmen zu können, wenige möchten mehr mitbestimmen. Die überwiegende Zahl der Kinder/ Jugendlichen gibt an, dass sie sich beschweren können, wenn ihnen etwas nicht gefällt und dass sie erfahren, was mit ihrer Beschwerde passiert und dass sie mit ihrer Beschwerde ernst genommen werden.

Die Trainer:innen und Übungsleiter:innen erleben den SV Kappel als offen für Veränderungen, fühlen sich von Kindern und Jugendlichen immer wieder herausgefordert und erleben die Kinder und Jugendlichen als sehr zugänglich für neue Ideen. Sie können sich beim SV Kappel persönlich und fachlich gut weiter entwickeln. Der Umgang mit den Kindern/ Jugendlichen ist vertrauensvoll. Aus der Sicht der Trainer:innen und Übungsleiter:innen fühlen sich die Kinder und Jugendlichen im Verein sicher. Und auch sie selbst fühlen sich im Verein sicher. Die Trainer:innen und Übungsleiter:innen können sich auf fachlicher Ebene mit ihren Kolleg:innen austauschen. Es gelingt ihnen die Kinder und Jugendlichen vor körperlichen Grenzverletzungen zu schützen.

Wie geht es weiter?

In den Gesprächen über Regeln, ging es oft darum, dass die Kinder und Jugendlichen angaben, keine Regeln zu haben und auch keine Regeln zu benötigen. Es stellte sich dann oft hersus, dass es „ungeschriebene Regeln“ gebe und sich alle daran halten. Es sollte überlegt werden, ob es nicht einfacher ist, zum Start – meist nach den Sommerferien – wenn sich neue Gruppen zusammen setzen, sich über Regeln zu vereinbaren.

Wir haben im SV Kappel einen für alle Trainer:innen und Übungsleiter:innen verbindlichen Verhaltenskodex. Dieser sollte zukünftig lebendig gehalten werden.

Wir haben bisher kein geregeltes Beschwerdeverfahren. Es sollte überlegt werden, welche Vor- und Nachteile mit einem geregelten Beschwerdeverfahren verbunden sind.

Im Ergebnis der Befragung sind in den Kindergruppen sehr schöne Trainer:innen-Porträts entstanden. Wir sollten überlegen, ob wir eine vereinsöffentliche Ausstellung machen können, oder zumindest eine Präsentation der Ergebnisse veranstalten können.

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